rarität

medea

premiere
sa, 2.10.21

musikalische leitung
florian ziemen

inszenierung
beka savić

bühne + kostüme
anna siegrot

chor
achim falkenhausen

Melodramma tragico in drei Akten von Giovanni Pacini
Libretto von Benedetto Castiglia

Deutsche Erstaufführung
in italienischer Sprache
mit deutschen Übertiteln

Medea – dieser Mythos fasziniert bis heute. Medea verliebt sich unsterblich in Iason, den Anführer der Argonauten und tut alles für ihn: Sie verrät ihre Heimat und tötet sogar ihren Bruder. Iason und Medea gründen eine Familie und bekommen zwei Söhne. Doch das Liebesglück währt nicht lang: Iason trennt sich von Medea, da er die Tochter des Königs Kreon heiraten möchte. Aus Medeas untröstlichem Schmerz entwickelt sich der besessene Wunsch nach Rache.

Die Figur der Medea bietet reichlich Stoff für Diskussionen: Sie erzeugt bis heute Abscheu und Mitleid zugleich, in ihr offenbaren sich kaum fassbare menschliche Untiefen. Auch der Komponist Giovanni Pacini war inspiriert von dem weltberühmten Stoff und kreierte daraus eine fesselnde Oper, die bei ihrer Uraufführung 1843 eine umjubelte Premiere erlebte. Lassen auch Sie sich begeistern von diesem zu Unrecht vergessenen Schatz der Musikgeschichte – erstmals in Deutschland, an Ihrem tfn!

Mit Zachary Wilson (Creonte), Uwe Tobias Hieronimi (Calcante), Robyn Allegra Parton (Medea), Yohan Kim (Giasone), Neele Kramer (Crëusa/Cassandra), Julian Rohde (Lisimaco), Xin Pan/Steffi Fischer (Licisca)

TERMINE

 
Mi, 08.12.2021
19:30 - 22:00 Uhr | Hildesheim | | |
Mi, 22.12.2021
19:30 - 22:00 Uhr | Hildesheim | | |
Do, 06.01.2022
19:30 - 22:00 Uhr | Hildesheim | |
Fr, 04.02.2022
19:30 - 22:00 Uhr | Hildesheim | |
Sa, 12.02.2022
19:30 - 22:00 Uhr | Hildesheim | |
Mi, 23.02.2022
20:00 - 22:30 Uhr | Nienburg | | |

extra

↗ Dieses Belcanto-Juwel ist als Teil der Medea-Trilogie zu erleben: Das tfn widmet sich diesem zeitlosen Stoff auch im Schauspiel und im Tanztheater.

↗ Drei Theaterfrauen, drei Theatergenres, drei Medeas

↗ Programmheft

pressestimmen

Online Musik Magazin 3.10.21
Pacinis Musik zeigt in der Struktur und den großen Melodienbögen eine Nähe zum jungen Verdi. In Hildesheim hat man ein Ensemble zusammengestellt, das den musikalischen Anforderungen gewachsen ist. Da ist zunächst Robyn Allegra Parton in der recht anspruchsvollen Titelpartie zu nennen. Mit variablem dramatischen Sopran lotet sie die unterschiedlichen Gefühlsregungen Medeas emotionsgeladen aus. [...] Yohan Kim verfügt als Giasone über einen kräftigen, dunkel-gefärbten Tenor. [...] Zachary Wilson stattet Creonte mit großem Bariton aus, und Uwe Tobias Hieronimi punktet als Priester Calcante mit voluminösem und dunklem Bass. Xin Pan und Neele Kramer runden das Solisten-Ensemble als Dienerin Licisca und Crëusa bzw. Cassandra mit leichtem Sopran und intensivem Spiel überzeugend ab. Der von Achim Falkenhausen einstudierte Chor lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Unter der Leitung von Florian Ziemen ist aus dem Orchestergraben ein frischer Belcanto-Klang zu hören, der wünschen lässt, dieses Werk häufiger auf den Bühnen zu erleben. [...] Pacinis Medea schlummert zu Unrecht in den Archiven und würde eine Aufnahme ins Repertoire durchaus verdienen.

Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 4.10.21
Das Theater für Niedersachsen entdeckt zu Recht die Oper von Pacini wieder [...] Das Zusammenspiel zwischen Orchester und Bühne gestaltet Ziemen vom Pult aus mit einer glücklichen Mischung aus strammem Tempozugriff, sensibler Einfühlung und der Bühne zugewandter Aufmerksamt. So steuert er die Premiere zu einem vom Beifall umtosten Erfolg. Der Beifall gilt auch dem Bühnen- Ensemble. Allen voran Robyn Allegra Parton. Mit einer in allen Stimmlagen durchgearbeiteten makellosen Stimmführung kann sie eine schier unbegrenzte emotionale Bandbreite zwischen abgrundtiefer Verzweiflung und zärtlichster Innigkeit ausdrücken. Das verbindet sie mit schauspielerischer Kraft, die unter die Haut geht. Große Oper! Yohan Kim als ihr Gegenspieler Jason bringt beste Belcanto-Qualität mit und nutzt den italienischen Wohlklang seiner Stimme für gefühlvollen Ausdruck. [...] tfn-Ausstattungsleiterin Anna Siegrot verleiht mit farblich durchdachten Kostümen den Personen symbolische Aura. [...] Für die szenische Umsetzung nutzt Regisseurin Beka Savic geschickt die Möglichkeiten des Gerüsts, das Anna Siegrot für die gesamte Trilogie entwarf.

Operalounge, 10.10.21
In der besuchten Vorstellung [...] sorgte Florian Ziemen am Pult des in allen Gruppen tüchtigen Orchesters des TfN mit schwungvollem und zugleich präzisem Dirigat dafür, dass der typische Belcanto-Klang, der vielfach den frühen Werken Verdis ähnelt, mehr als nur angemessen zur Geltung kam. Die sängerische Bewältigung der alles andere als einfachen Partien der Oper ließ aufhorchen, gab es doch Leistungen von beachtlich hohem Niveau: Das gilt in erster Linie für die Robyn Allegra Parton, die die Titelpartie in ihrer Vielschichtigkeit (liebende Mutter und rachsüchtige Furie) glaubhaft verkörperte. [...] Mit starkem, lang anhaltendem Beifall dankte das begeisterte Publikum allen Mitwirkenden für die vor allem hörenswerte Aufführung.

Der Opernfreund, 10.10.21
Dem Hildesheimer GMD Florian Ziemen ist es erneut gelungen, eine vergessene oder hierzulande unbekannte Oper erfolgreich zu präsentieren. [...] Florian Ziemen animierte das Orchester des TfN mit deutlicher Zeichengebung und frischem Schwung zu bestem Musizieren. [...] Von den Sängern ist zunächst die Engländerin Robyn Allegra Parton in der Titelrolle zu nennen, die rundum überzeugte: Sie bewies mit gut durchgebildetem, blitzsauberem Sopran, dass sie flüssige Koloraturen ebenso beherrscht wie glitzernde Staccati, zarte piano-Einsätze in der Höhe und wie herausgeschleuderte Rachetöne. Dazu spielte sie äußerst ausdrucksstark, machte alle Schattierungen der Eifersucht, Zweifel, Liebe und Wut deutlich. Yohan Kim war ein robuster Giasone, dessen rau timbrierter Tenor aber auch zu weicheren Tönen fähig war, sobald er immer wieder unter Schuldgefühlen gegenüber Medea litt. Als Creonte erfreute Zachary Wilson mit wohlklingendem Bariton [...]