moderne

judas

wiederaufnahme
so, 10.10.21 _ zwölf-apostel-kirche

inszenierung, bühne + kostüm
ayla yeginer

Monolog von Lot Vekemans
aus dem Niederländischen von Eva M. Pieper und Christine Bais

Judas – sein Name steht für Verrat, sein Kuss veränderte die Welt. Die Liste an Spekulationen und Interpretationen über den Jünger, der Jesus verriet, ist lang. Deshalb ist es jetzt, nach 2.000 Jahren, an der Zeit: Judas tritt aus dem jahrhundertelangen Schatten der Verachtung ins Rampenlicht und nimmt uns mit auf seine Seite der Geschichte: seine Motive, sein Leiden, sein Leben. Es ist keine Rechtfertigung, keine Entschuldigung, sondern vielmehr der Versuch, seine Tat wieder auf ein menschliches Maß zurück zu bringen und sein Publikum dahin zu führen, wo es lieber nicht hinmöchte: zu dem Judas in sich selbst.

Mit ihrem berührenden, klugen und spannenden Monolog gibt die niederländische Autorin Lot Vekemans, die in Deutschland auch bekannt ist durch ihr Stück »Gift. Eine Ehegeschichte«, Judas erstmals ein Gesicht und eine eigene Geschichte. Und sie lässt ihn Fragen stellen. Zum Beispiel: »Was wäre gewesen, wenn ich in Gethsemane bei Jesus geblieben wäre? Was wäre aus ihm geworden? Und was wäre aus mir geworden. Und vor allem: Was wäre aus uns allen und dem Christentum geworden?« judas wurde 2007 in Haarlem/Niederlande uraufgeführt. Nach der deutschen Erstaufführung 2012 an den Münchner Kammerspielen steht das Stück immer wieder auf den Spielplänen zahlreicher deutschsprachiger Bühnen und wird von Publikum und Presse gefeiert. Am tfn spielt Martin Schwartengräber Judas, in der Regie von Ayla Yeginer. Der Ort der Aufführungen in Hildesheim ist ein besonderer: die ev.-luth. Zwölf-Apostel-Kirche im Stadtteil Moritzberg, ein ästhetisch und atmosphärisch beeindruckender Sakralbau aus den 1960er Jahren.

Mit Martin Schwartengräber

↗ Der Vorverkauf startet am 23.8., 10 Uhr.

TERMINE

 
So, 10.10.2021
19:00 - 20:15 Uhr | Hildesheim | | |

pressestimmen

Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 3.7.21
Schwartengräber hat zwar nichts, außer sich und den Text. Beides ist aber auch so stark und so reich, dass es mehr nicht braucht. […] Schwartengräber und Yeginer wiederum präsentieren das so packend und fesselnd, wie vom Besten gelernt. […] Glaube und Geschichte, Mensch und Mythos, Opferbereitschaft und Selbstaufgabe – „Judas” spricht zahl-reiche Themen an, ohne sich zu überfrachten. Im Gegenteil. Das Stück stellt Fragen, streut Zweifel, aber gibt keine Antworten, sondern dem Publikum gute Gedanken mit, um selbst ein Urteil zu fällen über diesen Judas – den Namen und den Menschen.