moderne

unter der drachenwand

 

premiere
sa, 11.9.21

inszenierung
beka savić

bühne + kostüme
telse hand

musik
andreas unsicker

Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman von Arno Geiger
Bühnenfassung von Anke Kell
Uraufführung

Wie lebt sich das Leben 1944 – nach fünf Jahren Krieg? Drei junge Leute wissen nicht mehr, wie es weitergeht: Der Soldat Veit, ausgelaugt vom Krieg. Die Lehrerin Margarete mit ihren aus Wien verschickten Mädchen. Und die junge Margot mit ihrem Baby. Sie treffen am Mondsee, in der Nähe von Salzburg, unter der Drachenwand aufeinander. Was sie teilen, ist die Hoffnung, dass irgendwann wieder das Leben beginnt.

Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Arno Geiger ist einer der bemerkenswertesten deutschsprachigen Gegenwartsautoren. Sein 2018 erschienener Roman »Unter der Drachenwand« wurde von der Kritik mit Lob überschüttet: »Ein Glanzstück der Gegenwartsliteratur« (Die Tageszeitung), »Dieses Buch ist ein Ereignis« (Neue Zürcher Zeitung). In der Bühnenfassung der Hamburger Autorin und Dramaturgin Anke Kell erobert die einnehmende Geschichte über Sehnsucht, Hoffnung und Liebe in Zeiten des Krieges erstmals die Bühne. Ein berührender Theaterabend über den einzelnen Menschen und die Macht der Geschichte, über die Toten und die Überlebenden – und über die Liebe!

Mit Jonas Kling (Veit Kolbe), Nina Carolin (Margot, die »Darmstädterin«), Moritz Nikolaus Koch * (Robert Raimund Perttes, »der Brasilianer« / Arzt),  Gotthard Hauschild (Onkel Johann / Dohm / Veits Vater), Simone Mende (Margarete Bildstein / Trude Dohm / Veits Mutter / Krankenschwester), Marisa Wojtkowiak (Annemarie »Nanni« Schaller).
* Gast
Fotos Falk von Traubenberg

TERMINE

 
Di, 07.12.2021
19:30 - 21:50 Uhr | Hildesheim | | |
Mi, 15.12.2021
19:30 - 21:50 Uhr | Hildesheim | |
Mi, 12.01.2022
11:00 - 13:20 Uhr | Hildesheim | |
karten nur im service_center oder unter 05121 16931693
Di, 18.01.2022
19:45 - 22:05 Uhr | Stade | | |
Do, 03.02.2022
19:30 - 21:50 Uhr | Hildesheim | |
Fr, 04.02.2022
10:30 - 13:00 Uhr | Hildesheim | |
Di, 15.02.2022
20:00 - 22:20 Uhr | Nordhorn | | |
So, 20.02.2022
19:30 - 21:50 Uhr | Uelzen | | |
So, 27.02.2022
19:00 - 22:20 Uhr | Hildesheim | |
Mi, 30.03.2022
20:00 - 22:20 Uhr | Gronau | | |
Fr, 08.04.2022
19:30 - 21:50 Uhr | Hildesheim | |
Fr, 10.06.2022
20:00 - 22:20 Uhr | Burgdorf | | |

extra

unter der drachenwand ist Pflichtlektüre im Fach Deutsch für den Abiturjahrgang 2022.

 

pressestimmen

Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 13.9.21
Die Inszenierung baut eine bedrückende Atmosphäre auf. Kaltes Licht, lange Schatten und die mal schaurige, mal traurige Musik – teils nervöse, teils nervenzerreißende Töne von Andreas Unsicker – machen aus dem kleinen Städtchen am Mondsee einen albtraumhaften Limbus.[…]. Durch diesen »Zivilisationsbetrieb« taumelt Jonas Kling als Veit: zerzaustes Haar, aschfahle Haut, starrer Blick und zittrige Hände. Mit nur mühsam kontrollierter Wut begegnet er der herrenmenschlichen Haushälterin Trude (Simone Mende, die sich in einer Doppelrolle immer wieder mühelos in die fürsorgliche Lehrerin Margarete Bildstein verwandelt) und seinem Onkel Johann, einem schmierigen Mitläufer (Gotthard Hauschild). […] Das Stück ist stark, wenn es bei den Menschen bleibt. Mit Blut, Schweiß und Tränen, Atemnot und Liebeskummer bleiben die Figuren sonst alleine – was die (wohl auch Corona geschuldeten) flüchtigen Umarmungen oder gehaltenen Hände umso ergreifender macht.

Wolfsburger Allgemeine Zeitung vom 9.10.21
In einer emotional eindrücklichen Inszenierung brachte das Theater für Niedersachsen die Geschichte eines verwundeten Soldaten im Zweiten Weltkrieg auf die Bühne. […] In diese Welt begibt sich Veit Kolbe (Jonas Kling), der verletzt von der Ostfront kommt. Neben der körperlichen Verletzung bringt er noch das mit, was erst 40 Jahre später als Erkrankung anerkannt wird: eine posttraumatische Belastungsstörung. Die zeigt sich nicht nur durch das großartige Spiel von Kling, sondern manchmal auch durch laute unangenehme Geräusche aus dem Off. […] In der Inszenierung von Beka Savic verdichten sich die verschiedenen Leidenswege zu einem betroffen machenden, schauderhaften Gesamtbild, das zeigt, wie grausam Krieg ist. […] Der Roman »Unter der Drachenwand« ist großartig, die Bühnenfassung und die dargebotene schauspielerische Leistung ebenfalls.

Kehrwieder am Sonntag vom 16./17.10.21
Veit ist ausgelaugt vom Krieg, verwundet und schwer traumatisiert. Margarete unterrichtet verschickte Schülerinnen. Margot musste mit ihrem Kind aus Darmstadt fliehen, während ihr Mann an der Front kämpft. Sie alle treffen in der Nähe von Salzburg aufeinander, am Mondsee. […] Geradezu schrecklich einfühlsam schafft es Bühnenbildnerin Telse Hand für die Uraufführung die düstere und bedrückende Atmosphäre unter der Drachenwand auf die Bühne des tfn zu setzen. […] Stattdessen verdichtet sich die Atmosphäre immer weiter: da leuchten in einem Moment die Bergspitzen im Neonlicht auf, im nächsten wirft das Bühnenlicht lange, spitzwinklige Schatten und die oft schauderhafte und manchmal bittersüß-melancholische Musik von Andreas Unsicker legt eine geradezu erstickende Schwere auf die gesamte Szenerie.

Umschau vom 16.10.21
Im Mittelpunkt des Schauspiels steht der junge Soldat Veit Kolbe, der Anfang 1944 an der Ostfront verwundet wird. Ausgelaugt vom Krieg und stark traumatisiert sucht er Erholung in Mondsee, in der Nähe von Salzburg, unter der Drachenwand. […] In einer Paraderolle meistert Jonas Kling als Veit Kolbe alle Szenen in dieser bedrückenden Atmosphäre. Mit zerzaustem Haar, aschfahler Haut, starrem Blick und zittrigen Händen taumelt Veit durch die Handlung, bis er in der idyllischen Gegend des Salzkammerguts – trotz regelmäßig auftauchender Panikattacken – langsam Abstand vom Kriegsgeschehen gewinnt. Durch Margots Wärme und Akzeptanz (einfühlsam gespielt von Nina Carolin) gelingt es Veit, Gefühle wieder zuzulassen, so dass sich eine zarte, ernsthafte Liebe zwischen beiden entwickelt. […] Ein berührender Theaterabend über die einzelnen Menschen und die Macht der Geschichte, über die Toten und die Überlebenden – und über die Liebe!