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Die Entstehung von Bärli und Schwänli

Bärli und Schwänli sind zwei Ziegen. Genauer gesagt, es sind die beiden Ziegen vom Alm-Öhi aus dem Familienstück „Heidi“. In der neuen Theaterfassung von Regisseurin Franziska-Theresa Schütz sind sie nicht nur Heidis Freundinnen, sondern sie beobachten gemeinsam das gesamte Geschehen, um das Publikum stets auf dem Laufenden zu halten. Zwei Schauspielerinnen spielen Bärli und Schwänli. Dazu brauchen sie Ziegen-Masken. Später im Stück (für alle, die die Geschichte schon kennen: in Frankfurt) tauchen Bärli und Schwänli als Puppen auf, dafür brauchen die Schauspielerinnen Ziegen-Handpuppen.

Theater-Praktikantin Clara-Maria Scheim hat sich auf Entdeckungsreise durch das Theater begeben, um herauszufinden, wie Bärli und Schwänli entstanden sind. Dafür hat sie mit Chefmaskenbildnerin Carmen Bartsch-Klute und Silvia Meier, der Leiterin der Requisiten-Abteilung, gesprochen:

Die Ziegen-Masken, Abteilung Maske

Für die Anfertigung der Ziegenmasken werden die handgezeichneten Figurinen des Kostümbildners Philipp Kiefer benötigt, denn diese dienen als Vorlage. Für den Herstellungsprozess sind zehn Arbeitsschritte nötig:

Zunächst wird die Form der Masken modelliert. Dazu benutzt man Plastilin (ähnlich wie Knete), da dieses Material sehr flexibel bleibt und somit immer veränderbar ist. Anschließend wird die fertig gestaltete Form mit Varaform oder Cobra Kast abgenommen. Dieses grobmaschige Material muss mit Heißluft aufgeweicht oder in heißes Wasser getaucht werden, damit es sich über das geformte Plastilin legen lässt. Damit das Plastilin nicht schmilzt, wird es dabei mit Alufolie abgedeckt.

Die Ohren und Hörner der Maske werden extra modelliert und anschließend mit dem Rohbau der Maske zusammengesetzt. Dazu nimmt man Wohla's Finese (ähnlich wie Salzteig), welches nach einer Erhitzung geknetet und geformt werden kann. Die Rillen werden anschließend in die Hörner hinein gelötet.

Nach dem Rohbau der Maske werden nun die Kopfmaße der Schauspielerinnen genommen. Damit die Maske perfekt sitzt, wird eine passgenaue Schaumstoffmontur in die Maske hineingeklebt und anschließend die Sichtfenster so angepasst, dass die Schauspielerin gut hindurchschauen kann. Im letzten Schritt wird nun das Fell auf die Maske geklebt, rasiert und die Nase, Augen und Hörner werden angemalt.

Die Ziegen-Handpuppen, Abteilung Requisite

Sobald die ersten Masken in der Grundform fertig sind, kann auch der Puppenbau beginnen. Er orientiert sich an den Masken, damit das Publikum in den Aufführungen Bärli und Schwänli wiedererkennt. Die Zusammenarbeit der beiden Abteilungen Maske und Requisite ist in diesem Fall sehr wichtig, da der Wiedererkennungseffekt zwischen Handpuppen und Masken eine wichtige Rolle spielt. So sollen die Farbgebung ähnlich und wesentliche Grundzüge zu erkennen sein.

Für die Anfertigung der Handpuppen wird zunächst ein Styroporkopf geschnitzt. Von ihm wird eine Negativform aus Silikon angefertigt und diese anschließend mit Schaumstoff ausfüllt. Zeitgleich werden an dem Styroporkopf Schnittmuster angelegt, um eine Außenhülle aus Stoff passgenau um den Schaumstoff zu nähen. Die Requisiteurinnen kreieren die Form des restlichen Körpers aus einer Schaumstoffmatte. Im Gegensatz zu den Masken bekommen die Handpuppen kein Fell. So wirken Bärli und Schwänli als Puppen weniger wie realistische Tiere und mehr wie zwei Persönlichkeiten.

Egal ob Ziegenmasken oder -Handpuppen, beiden Abteilungsleiterinnen ist wichtig, dass die Figuren sympathisch und spannend aussehen, wenn sie ab dem 14. November die Große Bühne erobern.

Clara-Maria Scheim