drittes sinfoniekonzert

 

termin
so, 31.1.21

dirigent
andreas spering

mitwirkende
uwe tobias hieronimi _ sprecher
opernchor des tfn

 

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
»Thamos, König in Ägypten« KV 345
Schauspielmusik zu dem gleichnamigen heroischen Drama in fünf Aufzügen von Tobias Philipp Freiherr von Gebler

Franz Berwald (1796–1868)
Sinfonie Nr. 3 C-Dur »Sinfonie singulière«

Mozart komponierte seine einzige Schauspielmusik zu Geblers Drama »Thamos, König in Ägypten«, die, wie später die »Zauberflöte«, Sonnenkult und Priesterwelt des alten Ägypten beschwört. Die Chöre und Zwischenaktmusiken entstanden bereits 1773; ihre heute bekannte Form erhielten die Sätze allerdings erst nach mehrfachen Überarbeitungen. Noch 1783 ließ sich Mozart die Musik nach Wien schicken, es kam jedoch zu keiner Aufführung mehr, denn die Theater hatten inzwischen das Interesse an Geblers pathetischem Sprechstück verloren, was Mozart bedauerte: »Es müsste nur bloß der Musik wegen aufgeführt werden!« Der schwedische Komponist Franz Berwald ist in Deutschland noch immer ein Geheimtipp. Dass er sich als Komponist schwer etablieren konnte und von seinen vier Sinfonien zu seinen Lebzeiten nur eine gespielt wurde, hängt wohl vor allem mit seiner formal und harmonisch erstaunlich unkonventionellen Musik zusammen. Als Komponist war er so erfolglos, dass er – um ein Auskommen zu haben – in Berlin ein Institut gründete, in dem er – weitgehend autodidaktisch – orthopädische Behandlungen vornahm. Seine »Sinfonie singulière« hatte Berwald zwar bereits 1845 vollendet, doch es brauchte sechzig Jahre, bis dieses höchst eigenwillige Werk mit seinem ganz unverwechselbaren Ton erstmals 1905 zu einer Aufführung gekommen ist. Andreas Spering, renommierter Dirigent der historisch informierten Aufführungspraxis, ist erstmals am tfn zu Gast.

↗ das konzert findet in zusammenarbeit mit der mozart-gesellschaft hildesheim statt.