sarg niemals nie im Theater Nienburg

Am theater für niedersachsen bleibt es turbulent: Aufgrund des Wasserschadens am 17. September feierten einige Produktionen unerwartet eine Regionalpremiere auf den Bühnen der Partnerstädte, beispielsweise the kraut oder die Tanzproduktion die räuber. Das heißt: Nachdem in Hildesheim geprobt wurde, mussten sich die Beteiligten für die Aufführung nun kurzfristig auf anderen Bühne einstellen.
Das Produktionsteam von sarg niemals nie hatte das große Glück, sich von Anfang an auf diese besondere Situation einstellen zu können, denn für das Musical war von vornherein eine Regionalpremiere geplant - am 26. Oktober in Nienburg.

Mit pointenreichen Dialogen, abwechslungsreicher Musik und schwarzem Humor erzählt sarg niemals nie von den absurden Rettungsversuchen eines bankrotten Bestattungsunternehmens – Liebesgeschichte inklusive. Dramatugrin Alina Tammaro hat den Regisseur Markus Dinhobl zu einem Interview getroffen, um mit ihm über seine Arbeit zu sprechen.

Was sind für Sie die großen Themen des Stückes?
Humor, Trauer, Beziehungen. Wir spielen eine moderne, musicalische Boulevard-Komödie mit viel Lust am Wortwitz und an der Situationskomik – das soll, darf und muss bedient werden, verlangt aber auch eine ernsthafte Auseinandersetzung und sehr präzises Einstudieren. In der szenischen Arbeit haben wir aufgrund der im Stück enthaltenen Trauer versucht, sehr in die Tiefe zu gehen und authentische persönliche Gefühle auf die Bühne zu übertragen, damit das Stück nicht nur unterhält, sondern auch berührt. Neben der Beziehung zu dem verstorbenen Vater geht es ganz zentral auch um die Beziehungen der drei Figuren untereinander.

Die Handlung spielt in einem Bestattungsunternehmen. Wie wird in dem komödiantisch angelegten Musical mit dem Thema Tod umgegangen?
Das Musical ist vor wenigen Jahren in einem sehr jungen, urbanen Umfeld entstanden. Das merkt man an der Musik, am Tempo, aber auch im frechen Umgang mit dem Thema Tod. Das Bestattungswesen war in den letzten Jahren auch Schauplatz einiger Filme und TV-Serien, die ebenfalls ohne Tabus an die Sache rangegangen sind. Das hilft uns, auf das Buch zu vertrauen. Die zunehmende Säkularisierung führt übrigens dazu, dass Menschen heute eher gewillt sind, auch über Witze rund um dieses Thema zu lachen. Und wie oft haben wir selber schon gemerkt, dass Humor in schwierigen Momenten eine Erleichterung schafft. Das Wort »Galgenhumor« kommt ja nicht von ungefähr...

Unterscheidet sich die Probenarbeit für eine Regionalpremiere von der einer gängigen Produktion?
Für das Proben und Produzieren ist das natürlich eine kleine Herausforderung, es verlangt eine ausgeklügelte Disposition, viel Flexibilität und Vorstellungskraft. Nun proben wir 90% der Zeit auf einer Probebühne und erst die letzten paar Tage auf unserer »Premieren-Bühne«. Das ist eine Herausforderung, der aber all die Profis hier in unserem Team allemal gewachsen sind. Hat sich für euch etwas geändert seit dem Wasserschaden? Unser kleines Team war das einzige, dessen Terminplan erstmal nicht in Frage stand. So waren wir zwar auch geschockt, konnten dann aber sehr bald unsere Arbeit fortsetzen. Die Auswärts-Premiere erwies sich für uns also als »Glück im Unglück«.