großes theater

die räuber

 

premiere
so, 13.9.20

inszenierung
ayla yeginer

bühne + kostüme
belén montoliú

Drama von Friedrich Schiller
mit inhaltlicher Zusammenfassung in englischer und türkischer Sprache

Die beiden Geschwister könnten unterschiedlicher kaum sein: Da ist Karl Moor, der unangepasste, rebellische und weltverachtende junge Mann, der nur seine Freiheit liebt. Und da ist Franza, seine jüngere Schwester, die sich hässlich und ungeliebt fühlt, denn die Anerkennung des Vaters gilt nur ihrem Bruder Karl. Während Franza zu Hause auf infame Weise gegen Bruder und Vater intrigiert, geht Karl in die Wälder, um eine Räuberbande zu gründen. Beide revoltieren auf ihre Weise gegen die gesellschaftliche Ordnung. Nach Jahren des Räuberdaseins kehrt Karl nach Hause zurück. Er erkennt die Ränke seiner Schwester und schwört Rache. Die Zerstörung der Familie ist nicht mehr aufzuhalten.

Im Alter von gerade einmal 22 Jahren schrieb Schiller die vor Dramatik, Gefühlen und Freiheitsdrang berstende Geschichte über den Konflikt zweier ungleicher Brüder. Lassen Sie sich mitreißen von einem Theaterabend voller Sturm und Drang, Familientragödie und hoch aktueller Gesellschaftskritik zugleich.

Mit Martin Schwartengräber (Maximilian), Jeremias Beckford (Karl), Nina Carolin (Franza), Marisa Wojtkowiak (Amalia von Edelreich), Jonas Kling (Spiegelberg), Simone Mende (Schweizer), Xanan Flora Welte (Grimm / Pater), Kristina Britt Reed (Razmann), Linda Riebau (Schufterle), Cengiz Yasin Bozkurt (Roller), Haytham Hmeidan (Schwarz / Pastor Moser), Lukas Hanus (Hermann / Räuber)

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extra

↗ Dieses Schauspiel ist als Teil der Räuber-Trilogie zu bestaunen: Das tfn widmet sich Schillers Klassiker aus Sturm und Drang auch im Musik- und Tanztheater.

↗ Das Niedersächsische Kultusministerium nennt »Die Räuber« als Leseempfehlung für die Jahrgangsstufe 9_10 für das Fach Deutsch.

Interview mit Ausstatterin Belén Montoliú

pressestimmen

Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 15.9.20

Mit dem eindringlichen Monolog über ihre vermeintliche Benachteiligung und ihrem Willen, ihre Rechte mit Gewalt zu ertrotzen, hat Nina Carolin als Franza das Publikum in den ersten Minuten der »Räuber«-Inszenierung sofort im Griff. Wie die junge Schauspielerin der Welt ihren Frust und Selbsthass entgegenschleudert, das ist großes Theater. [...] Auf der Bühne locken die hölzernen Turmgebilde von Ausstatterin Belén Montoliú, die alle »Räuber«-Varianten eint, zum Klettern. Sie liefern die Schauplätze um die ungleichen Brüder, zum Beispiel das Schloss oder die Böhmischen Räuber-Wälder. Yeginer arbeitet geschickt mit Licht. Auch Nebel sorgt für Stimmungen. [...] Ayla Yeginer konzentriert sich auf die gewaltigen Sprachkaskaden Schillers und hat sie gut mit ihrem Ensemble herausgearbeitet. [...] Richtig Spaß und Leben in die Bude bringt dagegen Jonas Kling als Spiegelberg. Er spielt diesen Überzeugungstäter, den der Rhythmus als Mörder und Frauenschänder im Blut liegt, als tänzelnden Clown wie ihn Johnny Depp als Jack Sparrow gab.Exaltiert und schillernd: Ein Dandy im samtenen Gehrock, dem der Schaum vor dem grinsenden Mund steht.

Kehrwieder am Sonntag vom 7./8.11.2020

Durch Lichteinsatz verwandelt sich die Holzkonstruktion von Belén Montoliú in einen finsteren Wald oder eine dunkle Trutzburg. Lichtgestalt des Stückes ist allerdings Nina Carolin. Sie spielt die Franza als manisch-verschlagenes Rumpelstilzchen. Boshaft, skrupellos und zugleich von Hass und Selbstzweifel zerfressen. Der Kopf in Schieflage, der Kiefer verbissen, der Blick stierend, die Finger verkrampft. Da sitzt jede Regung.