die räuber

 

premiere
so, 1.11.20, halle39

choreographie
marguerite donlon

bühne + kostüme
belén montoliú

musik
michio woirgardt

Tanztheater nach dem gleichnamigen Drama von Friedrich Schiller
von Marguerite Donlon
in Zusammenarbeit mit dem Donlon Dance Collective
Uraufführung

Die irische Choreographin Marguerite Donlon – aktuell Ballettdirektorin und Chefchoreographin des Theaters Hagen – gründete nach ihrem Ausscheiden als Ballettdirektorin des Saarländischen Staatstheaters Saarbrücken im Herbst 2013 das Donlon Dance Collective als projektbezogenes Ensemble freischaffender Künstler_innen aus den Bereichen Tanz, Choreographie, Licht- und Videodesign, Komposition und Bildender Kunst. Ihre Choreographien reflektieren aktuelle und gesellschaftlich relevante Themenbereiche und leuchten die Seelenlandschaften ihrer Protagonist_innen aus. Schillers Klassiker aus Sturm und Drang ist die ideale Grundlage für ein expressionistisches und leidenschaftliches Tanzstück über den Konflikt zweier ungleicher Brüder und zugleich ein Plädoyer für die Freiheit.

Mitwirkende: Marioenrico D'Angelo (Franz), Péter Copek (Graf von Moor), Ruan Martins (Karl), Annick Schadeck (Amalia), Stefane Meseguer Alves (Hermann/Räuber)

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extra

↗ Dieses Tanztheater ist als Teil der Räuber-Trilogie zu bestaunen: Das tfn widmet sich Schillers Klassiker aus Sturm und Drang auch im Musiktheater und Schauspiel.

↗ Das Niedersächsische Kultusministerium nennt »Die Räuber« als Leseempfehlung für die Jahrgangsstufe 9_10 für das Fach Deutsch.

Interview mit Ausstatterin Belén Montoliú

pressestimmen

Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 3.11.2020

Hass, Neid, Sorge, Angst, Verzweiflung und Liebe – Marguerite Donlon macht Emotionen sichtbar und verleiht ihnen Gestalt. Die Choreografin fächert mit ihren ebenso kraftvollen wie biegsamen fünf Tänzern in der getanzten Version von Schillers Drama »Die Räuber« die ganze Palette der Gefühlsskala auf und macht die Beziehungen zwischen den Figuren erlebbar. [...] Der deutsche Gitarrist und Komponist Michio Woigardt hat den Tänzern und der Situation die Musik auf den Leib geschrieben. Wabernde und dräuende Synthieklänge sorgen für Spannung, gesteigert durch klagende Frauengesänge. Schwelgende Geigen treiben einem in hochemotionalen Szenen die Tränen in die Augen, hämmernde Tastenklänge und donnernde Pauken kündigen die Katharsis an.

Die Harke vom 8.10.20

Die Inszenierung von Die Inszenierung von »Die Räuber …getanzt« ist modern, wenn nicht gar extravagant, und auf jeden Fall sehenswert. Die Brutalität der Handlung wird in Ästhetik verwandelt -  dank der tänzerischen Grazie, der biegsamen Körper und der Kraft der Darsteller. […] Marguerite Donlon, international gefragte Choreografin und Ballettdirektorin, hat das wortgewaltige Drama von Friedrich Schiller in Bewegung umgesetzt.

Tanznetz vom 2.11.2020

[...] alles ist überwältigend inszeniert von Marguerite Donlon, der die vieldeutigen Holztürme von Belén Montoliú auf wirkungsvolle Weise entgegenkommen. [...] Ohne Alle Bewegungen sind kraftvoll, fast athletisch, dabei unverkrampft zeitgemäß. Sie lassen durchaus erprobte Kampftechniken spüren, ohne darüber an Sensibilität zu verlieren. So männlich Péter Copek (der alte Moor), Ruan Martins (Karl), Marionenrico d’Angelo (Franz) und Stefane Meseguer Alves (in wechselnden Rollen) auch immer auftreten: es bleibt ihnen stets ein Rest von Verletzlichkeit, von Verzweiflung, ja von Schweigen, selbst wenn die »mitreißende«, atmosphärisch stimmige Musik von Michio Woirgardt durchaus auch Schillers Worte durchaus hörbar macht. [...] die »Räuber« kommen gewaltig, und deshalb bleiben sie einem als eine unmissverständliche, dabei vieldeutig virtuose Aufführung in Erinnerung [...].

Harzkurier vom 7.11.2020

Die Räuber-Choreografie von Marguerite Donlon lässt staunen und macht atemlos. [...] Seelenleben oder Erzählballett? Innerlichkeit oder Action? Die Wahlberlinerin verknüpft in ihrer Choreografie beide Möglichkeiten, und die vier Tänzer und Annick Schadeck als Amalia setzen dies eindrucksvoll um. [...] Die Musik von Michio Woirgardt ist eine Mischung aus Industrial Beats und Klangcollagen. [...] Sie liegt irgendwo zwischen Laurie Anderson und Art of Noise und ist ein Motor in dieser bombastischen und atemlosen Choreographie. [...] Das vielschichtige Spiel spiegelt sich im Bühnenbild von Belen Montoliu wieder. [...] Das ist ganz große Kunst.

 

Kehrwieder am Sonntag vom 7./8.11.2020

Das DDC lässt »Die Räuber« zu sphärisch-pulsierenden Beats tanzen, zucken und vergehen. Choreographin Marguerite Donlon überführt die Emotionen des Stückes in Bewegungen und macht die seelischen Grausamkeiten der Geschichte so sichtbar. [...] Von der Tonspur wummern während dessen die Bässe und klagen die Streicher. Eine Atmosphäre, dichter als die Rauchschwaden aus der heißlaufenden Nebelmaschine. Große Gefühle statt großer Worte.