9. Norddeutsches Theaterfestival für junges Publikum
25. –31. Mai 2024 in Hildesheim, Wolfenbüttel und Wolfsburg

Das Theaterfestival für junges Publikum „HART AM WIND“ präsentiert aktuelle Inszenierungen aus dem Norden Deutschlands, die sich an Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Altersgruppen wenden. An den sieben Festivaltagen werden elf Inszenierungen gezeigt, die von einer intergenerativen Jury ausgewählt wurden, sowie zwei Eigenproduktionen der veranstaltenden Theater.

Dabei sind die Ensembles so unterschiedlich wie die Ästhetik der Stücke. In der Form von Figurentheater, Schauspiel, Performance, Tanz und partizipativen Projekten zeigt sich die Vielfalt der Themen, die das norddeutsche Kinder- und Jugendtheater aktuell beschäftigt. Ein breites Rahmenprogramm lädt dazu ein, sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema „Zukunft machen“ zu beschäftigen. In den einzelnen Städten werden dazu verschiedene Themenfelder wie „Essen der Zukunft“, „Stadt der Zukunft“ und „Kleidung der Zukunft“ beleuchtet.

Das Festival ist niedrigschwellig, partizipativ und divers und versteht sich im Kontext des professionellen Kinder- und Jugendtheaters als Impulsgeber gesellschaftlicher, künstlerischer und politischer Diskurse. Ein neues Konzept bindet Kinder und Jugendliche von Anfang an verstärkt in die Prozesse des Festivals mit ein.

Das Festival findet alle zwei Jahre in einer anderen norddeutschen Stadt oder Region statt. In seiner neunten Ausgabe wird es vom 25.–27.5. in Hildesheim, vom 27.–29.5. in Wolfsburg und vom 29.–31.5. in Wolfenbüttel veranstaltet.

Eine große Besonderheit des Festivals liegt darin, dass es gemeinschaftlich von Vertretenden der Freien Szene wie von öffentlich getragenen Theatern ausgerichtet wird.
2024 sind dies das theater für niedersachsen (tfn) in Hildesheim, das Theaterhaus Hildesheim, das Scharoun Theater Wolfsburg, die wolfsburger figurentheater compagnie und das Lessingtheater Wolfenbüttel. Kooperationspartner sind der Landesverband Freie Darstellende Künste in Niedersachsen e.V. (LaFT), der Arbeitskreis Nord der ASSITEJ Deutschland sowie die Stiftung Universität Hildesheim.

In seiner neunten Ausgabe hat sich das Festival „HART AM WIND” das Thema „Zukunft machen“ gegeben. Frei nach dem Beuys-Zitat „Die Zukunft, die wir wollen muss erfunden werden. Sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen“, will das Festival den Blick nach vorne richten und sich mit der Frage auseinandersetzen, auf welche Weise Theater für junges Publikum Zukunft gestalten kann.

Weitere Infos auf der Website festival-hartamwind.de (externer Link)

Am theater für niedersachsen in Hildesheim werden drei Stücke gezeigt:

das jüngste gericht

eine Produktion des Jungen SchauSpielHauses Hamburg (ab 8 Jahren)
Erwachsene machen die Regeln. Das ist ein Gesetz. Sie entscheiden, was verboten und was erlaubt ist. Sie entscheiden, was richtig und was falsch ist. Sie entscheiden, wann die richtige Uhrzeit ist, um ins Bett zu gehen, und wie viele Süßigkeiten zu viele Süßigkeiten sind. Sowohl in der Familie als auch in der Politik sitzen die Erwachsenen immer am längeren Hebel. Kinder kommen dabei nur selten zu Wort. Wir wollen das ändern und gründen deshalb einen neuen Ort, um Dinge zu verhandeln und Entscheidungen zu treffen: Das Jüngste Gericht. Hier richten diejenigen über die Welt, die sonst immer von den Entscheidungen anderer abhängig sind.

Sa, 25.5., 18 Uhr + So, 26.5., 11 Uhr
thim, theater für niedersachsen, hildesheim

der allerbeste familienstreit

eine Produktion von Die AZUBIS (ab 6 Jahren)
Der König ist untröstlich: Die Prinzessin ist weg! Abgehauen wegen all des Streits über Süßigkeiten, Lärm und Haustiere... Also lädt der König alle Familien seines Reiches ein, um sich auszutauschen: Wie macht ihr das? Streiten und vertragen? Wer macht die Regeln? Der König und alle Anwesenden feiern ein „Familien-Forschungsfest“ – mit Spielen, Theater und Gesprächen! Wir fragen, wer die Verantwortung trägt, schminken uns gegenseitig, bauen Lego und plaudern über Rituale und Wünsche. „Der allerbeste Familienstreit“ ist ein interaktives Familienstück, welches einlädt miteinander ins Gespräch zu kommen.

So, 26.5., 12.30 Uhr + 16 Uhr
probebühne 2, theater für niedersachsen, hildesheim

du kannst mich ana nennen

eine Produktion von warzecha & kompliz:innen (ab 14 Jahren)
In dem Tanzstück tauchen zwei von einer Essstörung betroffene Personen in die geheime Parallelwelt der Pro-Ana-Bewegung ab. Ana, die als Personifizierung der Essstörung und gleichzeitig beste Freundin agiert, wird auf der Bühne als perfide, manipulative Figur inszeniert. Dabei zeigt sich tänzerisch die Ambivalenz: Neben dem liebevollen Halt, den Ana den Betroffenen als einzige Verbündete vermeintlich gibt, steht die in den Abgrund reißende Machtposition, die sie einnimmt und mit der sie die Betroffenen immer tiefer in die Krankheit zieht.

Mo, 27.5., 11.30 Uhr + 18.30 Uhr
im thim, theater für niedersachsen, hildesheim