#beathe

In der Reihe #beathe - Berufe am Theater kurz vorgestellt erzählen tfn-Mitarbeiter_innen von ihrem Arbeitsalltag in den verschiedenen Abteilungen des Theaters.

Nina-Marie Brandt, Gastspielreferentin im Künstlerischen Betriebsbüro

↗ Was sind deine täglichen Aufgaben?
Ich organisiere die Akquise, Buchung, Planung und Umsetzung der Gastpiele des tfn. Dabei agiere ich als Kommunikations- und Informationsschnittstelle zwischen unseren Gastspielorten und -interessent_innen und unserem Haus (Technik, Marketing, KBB, Leitung, Verwaltung…)

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Ein Gastspiel zu begleiten und das Ergebnis der Organisation und die Reaktion des Publikums zu sehen.

↗ Was ist das besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?
Jeder Theatertag sieht anders aus, ist unvorhersehbar und stellt jeden vor neue Herausforderungen, die im Team kreativ und zielorientiert gelöst werden. Man arbeitet Hand in Hand und das Produkt der Arbeit kann Menschen begeistern, berühren und bilden. Darüber hinaus arbeitet man am Theater mit den unterschiedlichsten und interessantesten Menschen zusammen.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang?
Ich habe Kulturmanagement und Musikwissenschaft (M.A.) studiert und arbeitete zuvor für klassische und populäre Musikfestivals.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Computer und Telefon.

Charlotte Rimpler, Mitarbeiterin in der Zentrale

↗ Was ist typisch in deinem Beruf? Was sind deine täglichen Aufgaben?
Die Arbeit an der Pforte ist sehr vielfältig, typisch ist aber vor allem die Vermittlung an der Telefonzentrale. Zu meinen täglichen Aufgaben gehören die Post- und Paketannahme sowie Rückgabe von Retouren, die Schlüssel- und Dienstwagenvergabe und das Ausfüllen und Weiterleiten von Krankmeldungen. Des Weiteren gebe ich Informationen an Kolleg_innen weiter, wenn sie nach jemandem suchen, aber auch unseren Zuschauer_innen gebe ich Auskünfte, wenn sie nicht wissen, an wen sie sich mit ihren Fragen wenden können.

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Alles, was direkten Kontakt erfordert

↗ Was ist das Besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?
Ich habe seit meiner Jugend schon unterschiedliche Sachen am Theater gemacht und wollte weiter in diesem Umfeld arbeiten. Die Arbeit ist abwechslungsreich, außerdem schätze ich die Kolleg_innen aus den unterschiedlichen Abteilungen auf und hinter der Bühne sehr.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Die Telefonanlage.

Cornelia Pook, Schauspieldramaturgin und Teil der Schauspieldirektion

↗ Was ist typisch in deinem Beruf? Was sind deine täglichen Aufgaben?
Typisch an meinem Beruf ist, dass die täglichen Aufgaben immer andere sind. Mal sitze ich den ganzen Tag im Büro, schreibe Texte (zum Beispiel Programmhefte oder Texte über Theaterstücke, telefoniere, recherchiere (zum Beispiel Hintergrundinformationen zu Stücken und Autor_innen) und beantworte Mails (zum Beispiel im Kontakt mit Theaterverlagen). Mal verbringe ich Vormittage auf Proben (und tausche mich danach über das Gesehene mit den Regisseur_innen aus), mal die Abende an unseren Gastspielorten (wo ich vor der Vorstellung Einführungen halte). Oder ich nehme an verschiedenen Sitzungen teil und bin viel in Kontakt mit Menschen: dem Intendanten (zum Beispiel, wenn es um den Spielplan geht), den Kolleg_innen, dem Schauspielensemble, den Regisseur_innen (als künstlerische Beratung), dem Publikum (bei Matineen, Einführungen, im direkten Gespräch), Schüler_innen und Studierenden (bei Vorstellungs-Nachgesprächen). Und ich lese sehr viel, vor allem Theaterstücke.

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Es ist diese Mischung aus Kreativität, Kommunikation und Stillarbeit, die den Beruf unglaublich vielseitig und nie langweilig macht. Da ist es schwer, eine Sache herauszugreifen. Wenn ich müsste, würde ich sagen: der künstlerisch-kreative Austausch – egal ob innerhalb einer Produktion oder in Zusammenhang mit der Gesamtausrichtung des Hauses. Aber ich schreibe auch sehr gerne Texte … Du siehst, es ist schwierig …

↗ Was ist das besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?
Jemand hat mal gesagt, das Theater sei der beste Ort, um einer zu großen Ordnung im Leben zu entgehen. Das trifft es, finde ich, ziemlich gut – und damit meine ich nicht nur meinen chaotischen Schreibtisch ;) Man ist gezwungen, sich immer wieder auf neue – oft spezielle im Sinne von besondere – Menschen einzulassen und ist ständig mit neuen Themen und Problemen konfrontiert – im künstlerischen und zwischenmenschlichen Zusammenhang. Auch wenn das oft anstrengend ist, macht es mir Spaß, an Lösungen zu arbeiten und miteinander ins Gespräch zu kommen – für tolle Bühnenerlebnisse, an deren Gelingen so viele unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichsten Abteilungen gemeinsam beteiligt sind. Das ist das eine. Der andere wichtig Aspekt: Kultur generell und insbesondere Theater halte ich als Kitt und Spiegel unserer Gesellschaft für enorm wichtig, bereichernd, inspirierend – auch deshalb bin ich gerne Teil dieser Theaterwelt.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang? Welche Vor-Ausbildungen hast du?
Nach meinem Abitur in Saarbrücken habe ich in Mainz Theaterwissenschaft, Germanistik und Kunstgeschichte studiert – und gleich in meinen ersten Semesterferien eine Dramaturgiehospitanz am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken gemacht. Da war ich 19 und wusste ab sofort: Das will ich werden! Es folgten weitere Dramaturgie- und Regiehospitanzen an unterschiedlichen Stadt- und Staatstheatern noch während des Studiums, danach ein Jahr als Dramaturgie- und Regieasssistentin an einem kleinen Theater in Berlin, dann zwei Jahre in Frankfurt / Main als Dramaturgin. Seit 2009 bin ich am tfn in Hildesheim als Schauspieldramaturgin, mit dem Intendanzwechsel 2020 auch Teil der Schauspieldirektion.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Langweilig, aber wahr: der Computer. Und  - ganz altmodisch: Bleistifte.

Bettina Braun, Theaterpädagogin

↗ Was ist typisch in deinem Beruf? Was sind deine täglichen Aufgaben?
Jeder Tag ist anders, das ist eigentlich das Typischste, und die Kommunikation und Vermittlung zu potentiellen Interessierten. Mal schreibe ich unendlich viele Mails, informiere Schulen und andere Einrichtungen über unser Programm, berate Menschen, die ins Theater gehen möchten und bewerbe Stücke. Die Hauptaufgabe besteht für mich aber in der praktischen Vermittlungsarbeit: Das sind Backstage-Führungen, theaterpraktische Vor- und Nachbereitungen zu Stücken, Projekte mit Schulen und Kurse für alle Generationen.

Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Momentan liebe ich alles, was in Präsenz mit Menschen stattfindet, zum Beispiel Workshops, Kurse, Führungen.

Was ist das besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?
Ich wollte schon immer an einem Theater arbeiten. Früher habe ich selber sehr viel Laientheater gespielt und dabei erlebt, wie inspirierend es ist, sich mit Menschen künstlerisch über Themen und Sprache auseinanderzusetzen - und v.a. andere Menschen dadurch zu berühren. An meinem Job ist das Tolle, dass ich es oft mit Menschen zu tun habe, die sich Theaterschauen und Theaterspielen selbst nicht so recht zutrauen. Durch unsere Vermittlungsangebote öffnen wir oft die ersten Türen.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang? Welche Vor-Ausbildungen hast du?
Ich habe in Hildesheim an der Uni Kulturpädagogik mit dem Schwerpunkt Theatervermittlung studiert. Dann kommen natürlich eine Menge Fort- und Weiterbildungen dazu, unter anderem im Bereich Improvisationstheater und Stimme. Hilfreich ist auch mein kürzlich abgeschlossenes Studium »musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung« an der Uni Hildesheim, ich habe es ja auch mit Musiktheater und Konzertformaten zu tun.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Meine Stimme und mein Körper, - ist nicht so richtig ein »Gegenstand«. Ein PC ist natürlich für die ganze Vernetzungs- und Vorbereitungsarbeit nicht schlecht, aber für die praktische Arbeit brauche ich ihn nicht.

Andreas Hildenbrand, Leiter service_center

↗ Was ist typisch in deinem Beruf? Was sind deine täglichen Aufgaben?
Mein Beruf ist sehr vielseitig. Zu unserer Abteilung zählt nicht nur der Bereich service_center, sondern auch die Zentrale, also Pforte und Poststelle, sowie das Einlass- und Garderobenpersonal. Dienstplanung spielt also eine große Rolle. Als Abteilungsleiter stehe ich außerdem im ständigen Austausch mit anderen Abteilungen und mit der Geschäftsleitung. Und natürlich habe ich auch immer wieder direkten Kontakt mit unserem Publikum.

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Die schönsten Momente in meinem Beruf erlebe ich immer dann, wenn ich Jemandem eine Freude machen kann, z.B. indem ich ihr oder ihm noch eine Karte für eine ansonsten ausverkaufte Vorstellung organisieren kann.

↗ Was ist das Besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?
Das Besondere am Theater ist, dass man mit Menschen aus den unterschiedlichsten Berufen zusammenarbeitet. So treffe ich jeden Tag Kolleg_innen, die eine künstlerische, handwerkliche, oder technische Tätigkeit ausüben, aber natürlich auch solche, die, wie ich, hauptsächlich im Büro arbeiten.
Ich habe als Student als Aushilfe an der Theaterkasse gearbeitet und gegen Ende meines Studiums wurde dort gerade eine Stelle frei, weil eine Kollegin in den Ruhestand ging.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang? Welche Vor-Ausbildungen hast du?
Nach Abitur und Zivildienst habe ich in Hildesheim Kulturwissenschaften studiert. Meine Arbeit als Abteilungsleiter habe ich dann am Theater gelernt. So war ich viele Jahre stellvertretender Abteilungsleiter und habe mir von meinen Vorgesetzten viel abgeschaut.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Ohne einen internetfähigen Computer wäre meine Arbeit heute nur noch schwer vorstellbar. Auch unser Buchungssystem ist webbasiert. Wenn also der Strom ausfällt, kann ich nicht mehr viel tun. Manchmal frage ich mich, wie die Menschen das früher gemacht haben …

Panagiotis Papadopoulos, Studienleiter und Kapellmeister

↗ Was ist typisch in deinem Beruf? Was sind deine täglichen Aufgaben?
Hier am Theater habe ich zwei unterschiedliche Funktionen, die des Kapellmeisters und die des Studienleiters. Als Kapellmeister darf ich eigene Projekte entwickeln und betreuen, Vorstellungen und Konzerte dirigieren. Zudem agiere ich als Schnittstelle, die zwischen dem Musiktheater und den anderen Abteilungen des Theaters vermittelt, sodass sich die Erarbeitung eines Musiktheaterstücks möglichst reibungslos gestaltet. Als Studienleiter erstelle ich täglichen einen Plan für das Musiktheater und organisiere die Verteilung der Pianisten bei den unterschiedlichen Proben. Darüber hinaus sorge ich dafür, dass die Ensemble-Mitglieder vorbereitet zu den szenischen Proben gehen und studiere die unterschiedlichen Werke mit ihnen ein.

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Das Dirigieren.

↗ Was ist das Besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?
Die Zeit, die man sich nimmt, um sich mit einem Stück auseinanderzusetzen. Im normalen Konzertbetrieb setzt sich ein Dirigent in den Proben nur etwa eine Woche lang intensiv mit einem Stück auseinander, bevor das Konzert stattfindet. Hier am Theater habe ich die Möglichkeit, mich drei Monate oder länger mit einer Oper zu beschäftigen. In dieser Zeit lernt man alle Facetten eines Stücks kennen. Jedes Detail, jeden Parameter... Man wächst mit dem Stück und mit den Kolleg_innen zusammen. Es ist eine faszinierende Arbeit, die ich sehr liebe.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang? Welche Vor-Ausbildungen hast du?
Ich habe, wie viele andere Kolleg_innen, mit dem Klavierstudium begonnen. Dann habe ich noch Musiktheorie und Musikwissenschaft studiert, später kam das Dirigieren dazu. Aber das Dirigieren war immer mein Ziel.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Das Klavier. Es geht nicht ohne...

Amelie Müller, Ausstattungsassistentin

↗ Was sind deine täglichen Aufgaben?
Als Ausstattungsassistentin betreue ich Produktionen von der Modellberatung bis zur Premiere und bin Bindeglied zwischen den jeweiligen Ausstatter_innen und den produzierenden Abteilungen, wenn es um Bühne und Kostüm geht. Der größte Teil meiner Arbeit umfasst die Kommunikation und Koordination von Produktionsprozessen, Probenbetreuung, Anproben, aber auch das Färben oder Patinieren von Stoffen, oder das Bestellen/Einkaufen von Kostümteilen.
Jeder Tag ist anders, langweilig wird es nie!

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Ich liebe den Austausch mit den Gewerken, in jeder Abteilung warten die unterschiedlichsten Fragen und Herausforderungen, die wir gemeinsam versuchen kreativ zu lösen. Wie und mit welchen Materialien kann man einen Astronautenanzug nachbauen oder wo bekomme ich im Winter 15 orange Blazer her? Genauso gerne stehe ich aber auch in der Färbeküche oder male 20 Paar Kinderschuhe rot.

↗ Was ist das besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?
Als besonders empfinde ich die Unvorhersehbarkeit des Betriebs, das ist natürlich Fluch und Segen zugleich. Man darf an so vielen spannenden Projekten mitarbeiten und sich auf künstlerischer Ebene mit Themen auseinandersetzen, die man im Alltag ganz anders oder vielleicht gar nicht verhandeln würde. Mir macht es Spaß so zu arbeiten auch wenn es manchmal anstrengend sein kann.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang?
Ich habe, nach einem Lehramtsstudium für Deutsch und Geschichte, Kostümdesign an der Hochschule Hannover studiert und nebenbei als Ankleiderin am Staatstheater Hannover gearbeitet. Nach dem Bachelor bin ich dann hier gelandet.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Wahrscheinlich ein Notizbuch und ein Stift, es gibt täglich so viele Informationen und Änderungen die ich mir merken und weitergeben muss, da kann man schnell mal die Übersicht verlieren. Aufschreiben hilft mir da sehr.

Kai Oberg, Leiter der Theaterwerkstätten

↗ Was ist typisch in deinem Beruf? Was sind deine täglichen Aufgaben?
Ich kommuniziere jeden Tag viel mit meinem Team. Es ist wichtig zu wissen, welchen Status die Produktionen haben, wo gibt es Probleme, wo werden noch Informationen benötigt. So probiere ich mein Team zu unterstützen.

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Wochenbesprechungen – sodass jeder weiß, was zu tun ist und wir gemeinsam geordnet durch die Arbeitswoche gehen. Änderungen kommen natürlich immer – ist ja Theater ;-)

↗ Was ist das Besondere an der Arbeit am Theater?
Die Zusammenarbeit mit so vielen unterschiedlichen Berufsgruppen ist sehr spannend, das bietet einem selber die Möglichkeit seinen Horizont zu erweitern.
Natürlich auch die fertige Produktion später auf der Bühne zu sehen und sagen zu können »Wir in der Theaterwerkstatt haben einen Teil dazu beigetragen«.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang? Welche Vor-Ausbildungen hast du?
Da gibt es mehrere Stationen – aber der wichtigste Punkt ist der, dass ich immer eng mit Kollegen_innen zusammengearbeitet habe. Erst kleine Teams, dann größere – jetzt eine ganze Theaterwerkstatt. Gelernt habe ich Tischler, danach war ich mehrere Jahre bei der Bundeswehr und habe mich dann weitergebildet zum staatlich anerkannten Techniker Fachrichtung Holztechnik und Tischlermeister. Alles hier in Hildesheim an der Fachschule Holztechnik & Gestaltung.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Meine Stimmbänder und Outlook.

Sara Christa Natuschka, Maskenbildnerin

↗ Sara, was ist typisch in deinem Beruf? Was sind deine täglichen Aufgaben?
Meine Aufgaben teilen sich in zwei Bereiche. Zum einen natürlich der Vorstellungsbetrieb: Das heißt ich schminke und frisiere die Darsteller_innen und helfe ihnen bei Umzügen und hinterher beim Abschminken. Zum anderen der Werkstattdienst: Hier fertigen wir Perücken, Kopfputze, Masken, Wunden, Körperteile und vieles mehr.

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Das Schminken der Darsteller_innen! Es ist ein wunderbares Gefühl diesen Moment mitzuerleben, in dem sie in den Spiegel sehen und in ihre Rolle wechseln. Das bestätigt mich in meiner Arbeit.
Abgesehen davon sind die Vorstellungen eine gute Gelegenheit, um einen Einblick in die Arbeit der anderen Abteilungen zu bekommen. Das empfinde ich als sehr bereichernd.
In der Werkstatt modelliere ich am liebsten. Das ist für mich wie ein meditativer Ausgleich.

↗ Was ist das Besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?
Eigentlich ist fast jeder Aspekt meines Berufs eher außergewöhnlich. Vor allem aber ist es nie dasselbe. Neben der Möglichkeit mich kreativ auszuleben ist es besonders dieser Abwechslungsreichtum, der mich fasziniert.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang? Welche Vor-Ausbildungen hast du?
Da ich bereits mit 14 wusste, dass ich Maskenbildnerin werden möchte, ist mein Werdegang ziemlich simpel: Nach dem Abitur bin ich hier ans Theater gekommen und habe eine dreijährige Berufsausbildung absolviert. Nun bin ich fertig und dankbar, dass ich meinen Traum verwirklichen konnte.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Ich brauche bei meiner täglichen Arbeit eine Vielzahl an Materialien und Werkzeugen. Da gibt es nicht den einen Gegenstand. Daher würde ich sagen meine Hände.

Dietmar Ernst, technischer Produktionsleiter

↗ Was ist typisch in deinem Beruf? Was sind deine täglichen Aufgaben?
Zu meinen täglichen Aufgaben gehören vorwiegend die Koordination und das Treffen von Absprachen zwischen der Kunst, der Technik und den Werkstätten sowie die Kalkulation und Auswahl von Materialien in Absprache mit den Bühnenbildner_innen. Darüber hinaus erstelle ich Zeichnungen für die Umsetzung der Bühnenbildentwürfe und bin für das Überwachen der Finanzen der einzelnen Produktionen zuständig.

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Die Zusammenarbeit mit den beteiligten Gewerken und das Erstellen von Zeichnungen.

↗ Was ist das Besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?
Das Besondere an meiner Arbeit hier sind die abwechslungsreichen Aufgaben und das ausgewogene Verhältnis zwischen Theorie und Praxis, aber vor allem, dass es immer wieder neue Herausforderungen zu bewältigen gilt, um zur Premiere ein schönes Bühnenbild auf der Bühne zu haben.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang? Welche Vor-Ausbildungen hast du?
Ich habe Fachabitur mit der Fachrichtung Bautechnik gemacht, im Anschluss eine Ausbildung zum Bau- und Möbeltischler. Nachdem ich zwei Jahre als Geselle in meinem Lehrbetrieb tätig war, habe ich am BBZ Hildesheim die Meisterschule besucht und die Weiterbildung zum Tischlermeister erfolgreich absolviert. Nach einer Tätigkeit als Ausbilder in einer Jugend-Werkstatt bin ich dann 2015 ans theater für niedersachsen gewechselt und war dort in der Tischlerei eingesetzt, 2020 wechselte ich dann auf die Position des Produktionsleiters.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Zollstock, Bleistift, Papier und Computer.

Renatus Matuschowitz, Gewandmeister

↗ Was ist typisch in deinem Beruf? Was sind deine täglichen Aufgaben?
Als Gewandmeister setzen wir die künstlerischen Entwürfe der Kostümbilder praktisch um - angefangen beim Maßnehmen der Künstler über Materialauswahl, Schnitterstellung, Zuschnitt und Anproben begleiten wir so alle Schritte von der Idee bis hin zum fertigen Kostüm auf der Bühne.

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Das Konstruieren der Schnitte.

↗ Was ist das Besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?
Als Gewandmeister und Schneider kann man sich am Theater richtig austoben. Durch die große Bandbreite der Kostüme von historisch bis modern ist unsere Arbeit sehr vielseitig. Spannende und nicht alltägliche Materialien stellen uns immer wieder vor neue Herausforderungen – da kommt einfach keine Langeweile auf.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang? Welche Vor-Ausbildungen hast du?
Nach einem Ingenieursstudium und einem Job in der Verkehrsforschung habe ich mich noch mal komplett umorientiert. Ich wollte unbedingt etwas „Praktisches“ machen und habe bei den Wuppertaler Bühnen einen tollen Ausbildungsplatz zum Maßschneider gefunden. Nach ein paar Gesellenjahren als Schneider und Ankleider folgte die Meisterprüfung in Düsseldorf und schließlich der Umzug nach Hildesheim.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Ohne Zuschneideschere geht gar nichts, aber auch ohne Maßband, Stecknadeln und Kreide wäre ich ziemlich aufgeschmissen.

Carolin Stöckel, Assistentin des technischen Direktors

↗ Was ist typisch in deinem Beruf? Was sind deine täglichen Aufgaben?
Als Assistentin des technischen Direktors kümmere ich mich um festgelegte Aufgabenbereiche wie die technische Vorbereitung und Umsetzung von Gastspielen, die Zusammenarbeit mit den Behörden und die Organisation der technischen Gewerke bei Sonderveranstaltungen und – spielstätten. Zu diesen festen Aufgaben kommen täglich spontane Herausforderungen des Theateralltags hinzu, da darf man nicht den Überblick verlieren.

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Am liebsten besuche ich unsere Gastspielorte und lerne die Kolleg_innen vor Ort kennen. Wenn sich das noch mit einem Gastspiel verknüpfen lässt ist das immer großartig. So lässt sich vieles besser einschätzen und Probleme können erkannt werden, die auf dem Papier nicht zu sehen sind.

↗ Was ist das Besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?
Im Theater herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Die Mischung zwischen Tradition und Moderne schafft viele großartige Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen. Auch wenn beim Applaus nur die Darsteller_innen auf der Bühne stehen, wissen die Mitarbeiter_innen der Theater ganz genau, welcher Kraftakt hinter dem Vorhang vollbracht wurde und dass macht einen schon ein bisschen stolz.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang? Welche Vor-Ausbildungen hast du?
An einem Berliner Theater habe ich meine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik gemacht, danach habe ich das Studium »Theater – und Veranstaltungstechnik« (B. Eng.) erfolgreich abgeschlossen.
Zwischendurch war ich noch als freiberufliche Technikerin unterwegs, aber durch Corona sind alle Aufträge schließlich weggefallen. Im September 2021 bin ich dann schließlich hier gelandet und bin froh, dass das nun alles so geklappt hat.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Mein Computer und Tablet! So ein digitaler Notizblock hat sehr viele Vorteile, wenn man mal nicht am Schreibtisch sitzt. Vorausgesetzt man hat nicht vergessen, den Akku aufzuladen …

Marina Brandenburger, Souffleuse

↗ Was ist typisch in deinem Beruf? Was sind deine täglichen Aufgaben?
Ich begleite jede Probe im Probenprozess an der Seite von Regie und Regieassistenz. Der Blickkontakt mit den Schauspielenden und das Soufflieren des Textes zum richtigen Zeitpunkt, ist das Wesentliche. Ich notiere Textänderungen, Sprechpausen, auch Regieanweisungen, mache Zeichen an besonders gefährdeten Stellen, um so den Textfluss möglichst gut abbilden zu können. Das Ziel ist, mich überflüssig zu machen.

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Am Schönsten ist es, wenn die Verbindung zu den Schauspielenden so konzentriert ist, dass meine Mundbewegung allein die Hilfe zum Weiterspiel bildet. Auch die Zusammenarbeit mit der Regie und Regieassistenz am Text und alternativen Formulierungen macht mir große Freude.

↗ Was ist das Besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?
Innerhalb von 6 Wochen entstehen immer wieder neue Geschichten, neue Bilder und neue Themen, die mit allen Sinnen durchleuchtet werden. Der Probenprozess und die Zusammenarbeit von künstlerischen Menschen aus aller Welt fasziniert mich am Theater.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang? Welche Vor-Ausbildungen hast du?
Ich studierte Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Wien, absolvierte die Ausbildung zur Klavierlehrerin und Schauspielerin. Am tfn war ich 13 Jahre als Souffleuse fürs Musiktheater tätig. Seit 3 Jahren bin ich Schauspielsouffleuse.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Das Textbuch.

Mick Lee Kuzia, Inspizient

↗ Was ist typisch in deinem Beruf? Was sind deine täglichen Aufgaben?
Als Inspizient bin ich hauptsächlich für alle technischen Abläufe auf der Bühne während einer Vorstellung zuständig. Vom Inspizienten-Pult habe ich über die Monitore verschiedene Ansichten auf die Bühne und per Funk Kontakt zu den Abteilungen Licht, Ton und Technik. Wann immer ein Toneinsatz kommt, eine Lichtveränderung oder ein Umbau des Bühnenbildes, wird das von mir koordiniert und angesagt. Dieses Ansagen nennen wir »Zeichen geben« und je nach Stück können das schon mal 200 Zeichen sein.

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Am Inspi-Pult stehen, Zeichen geben und merken, dass die Vorstellung beim Publikum gut ankommt.

↗ Was ist das Besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?
Das Theater versucht das Leben zu erklären. Das Interessante an der Arbeit am Theater ist, wenn man feststellt, dass man dafür auch Funkgeräte, einen Hammer und Heißkleber braucht.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang? Welche Vor-Ausbildungen hast du?
Ich habe eine Ausbildung zum Kfz.-Mechaniker gemacht. Entscheidender war aber die Theater-AG an der Schule. Über Stationen in der freien Szene in Saarbrücken, Pfalztheater Kaiserslautern, Landesbühne Hannover bin ich dann in Hildesheim gelandet.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Na, das Inspizienten-Pult. Der kalte Glanz der Bedienelemente strahlt Zuversicht aus.

Anna Siegrot, Ausstattungsleiterin

↗ Was ist typisch in deinem Beruf? Was sind deine täglichen Aufgaben?
Am tfn bin ich bei bis zu vier Produktionen pro Spielzeit für Bühne + Kostüm verantwortlich und betreue den Entstehungsprozess des Bühnenbilds. Angefangen bei der Ideenfindung, entwickle ich in Zusammenarbeit mit der Regie eine Idee zum Raum, wonach ich ein Modell und technische Zeichnungen erstelle. Mit den Werkstätten, Produktionsleitung und Technischer Direktion bespreche ich, wie man diese Ideen umsetzen kann und begleite den darauffolgenden Bauprozess.

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Mir macht alles an meinem Beruf Freude. Sowohl das Sammeln von Ideen, die aus dem Lesen eines Textes entstehen, die Umsetzung zu einem Raum/einer Welt als auch das technische Zeichnen. Das sind alles ganz unterschiedliche Facetten, die dann zu einem Ganzen werden.

↗ Was ist das Besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?
Das Theater hat vielmehr mich gefunden, als dass ich mich dafür entschieden habe. Aber gerade die Projektarbeit finde ich sehr schön.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang? Welche Vor-Ausbildungen hast du?
Ursprünglich wollte ich Schriftstellerin werden. Das Theater hat mich aber schon immer gereizt, sodass ich mich nach der Arbeit u.a. als Dramaturgie-, Regie- und Bühnenbildassistentin dazu entschied, Theater Design in London zu studieren. Nach meiner Assistenzzeit war ich am Staatstheater Kassel Hausbühnenbildnerin, bevor ich über 20 Jahre als freischaffende Ausstatterin an verschiedenen Bühnen des In- und Auslands in sämtlichen Sparten des Theaters arbeitete. Darüber hinaus war ich als Dozentin im Bereich Bühnenbild u.a. an der Theaterschule ESMAE in Portugal tätig und arbeite noch heute als Librettistin und Autorin von Theaterstücken. Die Schriftstellerei ist also meine Weggefährtin geblieben.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Ein Cuttermesser und mittlerweile meine Brille ;-)

Florian Ziemen, Generalmusikdirektor

↗ Was ist typisch in deinem Beruf? Was sind deine täglichen Aufgaben?
Ich dirigiere Konzerte und Vorstellungen, dazwischen habe ich Proben mit dem Orchester, den Solist_innen oder bin auf der szenischen Probe mit der Regie dabei. Und ich studiere und lerne die Werke. Und rundherum: sehr viel Planung und Organisation, das heißt vor allem Mails, Mails, Mails ...

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?
Vorstellungen und Konzerte dirigieren, wenn alles gut läuft!

↗ Was ist das Besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?
Weil mich die Brisanz des gemeinsam erlebten Augenblicks auf der Bühne immer gereizt hat, diese Energie des flüchtigen Moments. Und weil ich natürlich Musik und die Werke und das Theater liebe.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang? Welche Vor-Ausbildungen hast du?
Ich habe mit einer Schüler-Operntruppe in München angefangen, dann Klavier und Dirigieren in München und London studiert und war dann an den Opernhäusern in Essen, Bremen und Gießen.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?
Das Wichtigste für die Dirigent_innen sind unbedingt die anderen Menschen, wir sind ja allein gar nichts und können nur gemeinsam mit anderen etwas tun, aber das sind natürlich keine Gegenstände... Dann auf keinen Fall der Taktstock, der ist ganz unnötig, man kann ihn nehmen oder nicht, das macht wenig aus. Die ehrliche Antwort ist wohl der Schreibtisch, da verbringe ich die meiste Zeit, beim Studieren und Organisieren. In meinem Fall, weil meine Familie in Mannheim ist, sind es auch oft die Tische im ICE...

Lars Neumann und Stefan Kühle, Beleuchtung

↗ Was ist typisch in deinem Beruf? Was sind deine täglichen Aufgaben?

Lars: Etwas richtig Typisches gibt es nicht - jeder Tag ist anders und meine Aufgaben sind breit gefächert. Mal steht der Werkstattdienst an, an anderen Tagen sind Beleuchtungsproben, meist Vorstellungen, … . Ich arbeite überwiegend am Lichtpult und programmiere während der Beleuchtungsproben den szenischen Lichtablauf der Produktionen. Das heißt bei uns dann „Stimmungen“ oder „Licht Cues“ die ich dann zu den Vorstellungen auch „fahre“. Aber auch Videos und Bilder editieren und Projektionsmapping gehört zu meinen Aufgaben. Bei den Vorstellungen bin ich immer vor Ort in der Lichtregie. Die finden eigentlich nach einem geregelten Ablauf statt, da alles vorher mehrfach geprobt wird, doch ich muss auch schnell auf unvorhergesehene Änderungen in der Vorstellung reagieren können, wenn z.B. mal eine_r der Darstellenden nicht an der richtigen Stelle steht, wo eigentlich ein Spot auf die Person gerichtet sein sollte.

Stefan: Wie bei Lars ist auch bei mir jeder Tag anders, aber typisch ist, dass ich auf den Beleuchterbrücken stehe und von dort aus das Licht einrichte. Mein Arbeitsbereich liegt also oberhalb der Bühne und des Zuschauerraumes und umfasst die Portalbrücke, die Galerien rechts und links auf den Bühnenseiten und die Zuschauerraumbrücken - ich kümmere mich also um alles, was von oben in die Bühne reinleuchtet. Dabei arbeite ich vor allem händisch und stelle bei den Scheinwerfern beispielsweise Größe und Farbe ein und bewege sie manuell.

↗ Was ist deine Lieblingstätigkeit?

Lars: Am meisten Spaß macht es mir aus der Technik, die mich in der Lichtregie umgibt, etwas auf die Bühne zu zaubern. Aber es ist auch immer wieder toll, in den Austausch mit den Regiesseur_innen oder Bühnenbildner_innen zu kommen und zu besprechen, was wie auf der Bühne passieren soll und zu überlegen, wie man das technisch und künstlerisch umsetzen kann und dabei seine eigenen Ideen einzubringen.

Stefan: Ähnlich wie bei Lars finde ich das Vorgespräch für eine Produktion toll, bei dem mir der stückführende Beleuchtungsmeister sagt, was gebraucht wird und ich dann überlege, wie ich diese Aufgaben für mich am geschicktesten und eigenkreativ umsetzen kann. Aber auch die Entwicklung einer Produktion über die ganzen Wochen vom Tag der Technischen Einrichtung, an dem wir anfangen zu leuchten, über die Endproben bis zur Premiere zu sehen, ist für mich ziemlich spannend. Dabei ist auch die Arbeit im Team besonders wichtig. Darüber hinaus zu erleben, was Großartiges aus dieser Zusammenarbeit aller Gewerke entstehen kann und dabei meinen eigenen Beitrag zur Produktion leisten zu können, erfüllt mich sehr.  Daneben fahre ich gerne mit den Produktionen zu Gastspielorten. Dort meine Aufgaben so gut wie möglich unter den teilweise auch schwierigeren Bedingungen umzusetzen, gelingt nur, weil wir ein sehr gut eingespieltes Team sind.

↗ Was ist das Besondere an der Arbeit am Theater und warum hast du dich dafür entschieden?

Lars: Ich habe mich für das Theater entschieden, weil ich eigentlich meine Lichtkenntnisse aus der Ausbildung weiter vertiefen wollte, da ich vorher hauptsächlich als Tontechniker bei Produktionen wie Konzerte, Rockshows oder Modenschauen gearbeitet habe und das Theater als eine tolle Chance dafür gesehen habe. Das Besondere an der Arbeit hier ist, dass man kreativ sein kann und trotz eines festen Regiekonzepts irgendwo immer seine eigene Handschrift erkennen kann. Besonders schön ist auch das Arbeiten in einem festen Team und das familiäre Miteinander bei uns.

Stefan: Ich habe schon früher viele Schultheateraufführungen technisch begleitet. Darüber bin ich in meiner Zeit in Köln mit jemandem ins Gespräch gekommen, die im Schauspielhaus Köln gearbeitet hat. Aus einem Praktikum dort ist schließlich eine Festanstellung geworden. Nach etwa 2 Wochen dort war ich mir nicht sicher, ob ich diese spezielle Atmosphäre am Theater unbedingt haben muss, habe dann aber gemerkt, dass das so ein ganz spezieller Mikrokosmos ist, von dem man sich einfangen lassen muss. Darum würde ich meinen Beruf heute gegen keinen anderen mehr eintauschen wollen. Besonders finde ich vor allem die Zusammenarbeit der einzelnen Gewerke und der Kunst. Wir sind wie Zahnräder, die ineinandergreifen und nur zusammen funktionieren. Ich bin sehr dankbar für mein tolles Team, aus dem sich im Laufe der Jahre auch die eine oder andere Freundschaft entwickelt hat.

↗ Wie war dein beruflicher Werdegang? Welche Vor-Ausbildungen hast du?

Lars: Ursprünglich bin ich Musiker in einer Band gewesen, aber wir sind nicht sonderlich erfolgreich geworden, sonst wäre ich jetzt wahrscheinlich nicht hier ;) . Es hat mir schon immer viel Spaß gemacht, was mit Musikinstrumenten zu machen und ich habe dann für kleine Theatergruppen Musik geschrieben und Sounds entwickelt. Das war der Anstoß, dass ich Tontechniker werden wollte. Ich habe schließlich eine Ausbildung als Fachkraft für Veranstaltungstechnik gemacht und war damit der erste Veranstaltungstechniker hier in Hildesheim. Am tfn wollte ich eigentlich meine wenigen Lichtkenntnisse, die ich in der Ausbildung gesammelt habe, weiter vertiefen und Ton nebenbei weitermachen, aber seit ich 2001 hier angefangen habe, bin ich relativ schnell in die Lichtregie gekommen und mache seitdem nur noch Licht und Video.

Stefan: Ich habe eine Ausbildung zum Elektroinstallateur im Handwerk gemacht und danach meinen Zivildienst in Köln abgeleistet. Durch das eben schon erwähnte Gespräch und das darauffolgende Praktikum am Schauspielhaus Köln bin ich dann zum Theater gekommen. Am Schauspielhaus bin ich auch einige Zeit geblieben, bevor ich von Köln nach Hildesheim gezogen bin und im Oktober 2000 im damaligen Stadttheater Hildesheim begonnen habe zu arbeiten. Ich habe also nicht nochmal eine neue Ausbildung gemacht, sondern mir die Kompetenzen in der ersten Zeit über erfahrenere Kolleg_innen bzw. über “learning-by-doing" angeeignet.

↗ Was ist der wichtigste Gegenstand in deinem Beruf, ohne den du nicht arbeiten könntest?

Lars: Am wichtigsten sind ganz klar die Lichtkonsole und der Medienserver, wo die Scheinwerfer und die Videos für die Shows programmiert werden. Natürlich kann ich auch nicht ohne PC, die Scheinwerfer und Videobeamer arbeiten - und den klassischen Bleistift habe ich immer dabei.

Stefan: Das sind zum einen natürlich die Scheinwerfer, die ich bediene und meine Kopflampe, weil ich auf meiner Position häufig im Dunkeln arbeite. Außerdem habe ich immer meinen Kugelschreiber dabei, um z.B. Änderungen zu notieren. Und ein Gegenstand, auf den ich seit einiger Zeit nicht mehr verzichten kann, ist meine Brille ;)